PRESSEMITTEILUNG

Große Chance für Aufwertung der Pflegebranche verpasst. Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche enttäuscht über Ablehnung der Caritas.

(Berlin, 25.02.2021) Die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) ist überrascht über die Entscheidung der Arbeitsrechtlichen Kommission der Caritas, den Antrag auf Erstreckung des TV Altenpflege Deutschland nicht zu unterstützen.

Am 8. Februar 2021 haben die BVAP und die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) den Tarifvertrag für die Altenpflege in Deutschland abgeschlossen. Dieser sieht eine deutliche Steigerung gegenüber den bisherigen Mindestlöhnen schon ab dem 1. August 2021 sowie weitere Leistungen für Pflegekräfte vor. Bis zum Jahr 2023 sollen die Stundenentgelte für Fachkräfte auf mindestens 18,75 Euro und für Pflegehelfer*innen auf 14,40 Euro kräftig steigen. 

„Der Pflegeberuf verdient bessere Arbeitsbedingungen. Klatschen allein genügt nicht. Die BVAP hat hierauf als breites Bündnis von gemeinnützigen, privaten und öffentlichen Trägern eine starke Antwort gegeben. Dass ausgerechnet eine kirchliche Kommission den Antrag auf Verbindlichkeit scheitern lässt, ist sehr schmerzhaft. Es ist auch umso überraschender, da sich die Caritas bisher aktiv in den Anhörungsverfahren eingebracht hat. Wichtige Hinweise wurden in den weiteren Verhandlungen von den Tarifparteien aufgegriffen.“, so Gero Kettler, Sprecher des Vorstandes.

Ohne die Zustimmung der Kirchen können die weiteren Verfahrensschritte nach § 7a Arbeitnehmerentsendegesetz (AEntG) zur Erstreckung nun nicht umgesetzt werden. Der Tarifvertrag kann damit nicht für alle Arbeitgeber verbindlich werden.

„Hier wurde eine große Chance verpasst, über den eigenen Tellerrand zu blicken und einen wirkungsvollen Schritt zur Aufwertung der Pflege, aber auch gegen Altersarmut zu machen. Die BVAP und ihre Mitglieder werden sich auch weiterhin für bessere Arbeitsbedingungen bei den Mitarbeitenden und eine Begrenzung der Eigenanteile für die pflegebedürftigen Menschen einsetzen.“, so Rüdiger Becker, Vorstandsmitglied der BVAP.

 
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